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21.03.2011 - „Roots Germania“ - Gespräch und Film mit Mo Asumang

  • am Montag, 21.03.2011, 20 Uhr im Peter- Weiss-Haus, Doberaner Straße 21, Rostock
  • Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung MV und der Antirassistischen Initiative Rostock [A.I.R.]

Vor einiger Zeit rief die Neonaziband „White Aryan Rebels“ öffentlich zur Ermordung prominenter deutscher „Feinde“ der „arischen Rasse“ auf. Neben Rita Süssmuth, Alfred Biolek und Michel Friedman wurde mit der Textzeile „Diese Kugel ist für Dich“ auch Mo Asumang namentlich genannt. Ihr Debütfilm „Roots Germania“ ist die Antwort. Mit ihrer filmischen Spurensuche versucht Mo Asumang die Ursachen solchen Hasses und die Ausgrenzung von Migranten zu ergründen. Den bösartig gemeinten Rat der Neonazis nimmt sie dabei ernst: „Geh dahin, wo du hergekommen bist!". Ist das ihr Geburtsort Kassel? Oder Ghana, woher ihr Vater stammt? So wird ihre Identitätssuche ganz nebenbei auch eine spirituelle Reise zu afrikanischen und germanischen Ahnen und Kultplätzen. Doch nicht nur das. Mo Asumang mischt sich auf einer NPD-Demo unter 3000 Neonazis, bringt Nazikader aus der Fassung, durchforstet braune Websites im Internet und steigt in die „Himmler Gruft" der Wewelsburg hinab. Eine intensive, aber immer wieder auch ironisch-humorvolle Reise, die nicht nur dazu führt, ein persönliches Trauma abzulegen, das durch Vorurteile, Hass und Furcht zustande kam. Am Ende ihrer Reise ist sie stark genug, den Sänger der Naziband zu treffen. 2008 war „Roots Germania“ für den Grimme Preis nominiert.

Mehr Infos: auf der Homepage zum Film Roots Germania

Mo Asumang ist Schauspielerin, Sängerin, Fernsehmoderatorin, Regisseurin und Synchronsprecherin. Sie moderierte die Fernsehsendung „Liebe Sünde“, synchronisierte u.a. die Rolle der Fähnrich Seska in der US-amerikanischen Fernsehserie Star Trek: Raumschiff Voyager. In Roman Polanskis Film "Der Ghostwriter" (2010) spielt sie an der Seite von Pierce Brosnan in einer Nebenrolle die US-Außenministerin. Mo Asumang lebt in Berlin und ist Geschäftsführerin einer Produktionsfirma von Film- und Fernsehbeiträgen. Asumang wurde 2006 und 2010 mit einem von der African Youth Foundation verliehenen Adler Award in der Kategorie "Best Black Media Entertainer" ausgezeichnet.

Hier ein Ausschnitt aus dem Film:

Überblick zur Antirassistischen Aktionswoche 2011 in Rostock