Sie sind hier

08.07.06 Jugendliche randalieren bei Dorffesten

Nordkurier-Teterow/Malchin

Von Monika Puchta

Auf Dorffesten kam es zu Auseinandersetzungen. Laut Schriftzug auf ihren Shirts gehören die Randalierer zu einer Kameradschaft.

Jördenstorf. Derzeit wird in vielen Gemeinden in der Region wieder gefeiert. Die Dorffeste haben Tradition und trotz leerer Kassen lassen sich die Bewohner diesen Höhepunkt nicht nehmen. Doch nicht immer geht es bei den Festen friedlich zu. So kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Auseinandersetzungen unter Jugendlichen, und zwar angezettelt von einer Gruppe, die hauptsächlich aus dem Bereich Matgendorf und Prebberede zu stammen scheint. „Es kann nicht sein, dass eine bestimmte Gruppe aus dem Amtsbereich unsere Dorffeste stört. Ich weiß, dass das nicht nur bei uns vorgekommen ist, sondern auch in anderen Dörfern, zum Beispiel in Schwiessel", machte die Jördenstorfer Bürgermeisterin Hannelore Langhof vor den Mitgliedern des Amtsausschusses Mecklenburgische Schweiz ihrem Ärger Luft.

Beim Jördenstorfer Dorffest waren mehrere Einsatzwagen der Polizei angerückt, samt Staatsanwalt. Zuvor hatten sich gegen zwei Uhr nachts auf dem Festplatz mehrere ortsfremde Jugendliche – bewaffnet mit Spraydosen und Eisenstangen – versammelt, es kam zur Auseinandersetzung mit jungen Leuten aus dem Dorf, schilderte die Bürgermeisterin die Ereignisse. Auch einer der sechs Sicherheitsleute, die die Veranstalter eigens zum Dorffest engagiert hatten, sei angegriffen worden. „Wir haben wenig Geld für unsere Feste zur Verfügung. Schlimm genug, dass wir einen großen Teil davon auch noch für Sicherheitsleute ausgeben müssen. Ich bin nicht bereit, im nächsten Jahr noch mehr dafür aufzubringen. Irgendwann wird es vielleicht kein Dorffest mehr geben", machte die Bürgermeisterin deutlich.

Die Namen der Randalierer habe sie mittlerweile in Erfahrung gebracht. Von einer Anzeige indes sehe man ab. „Wir regeln das unter uns. Ich werde die Namen an die betreffenden Bürgermeister weitergeben und es ihnen überlassen. Wenn unsere Jugendlichen auf anderen Festen stören würden, wüsste ich das auch gern", so Frau Langhof.

Ob es sich bei den gewaltbereiten Störenfrieden um rechtsorientierte Jugendliche handelt, könne sie nicht sagen. Sie berichtete aber weiter, auf ihren T-Shirts habe gestanden „Kameradschaft Matgendorf" bzw. „Kameradschaft Prebberede".

Von Rechtsgruppierungen in der Region sei ihm nichts bekannt, sagte dazu auf Nachfrage unserer Zeitung Ralph Franck vom Polizeirevier Teterow, als Kontaktbeamter zuständig für den Bereich Jördenstorf. Die Namen der betreffenden Jugendlichen werde er sich geben lassen: „Ich will schließlich wissen, wer in meinem Bereich stört."

Katharina Skorsetz – Bürgermeisterin der Gemeinde Groß Wüstenfelde, zu der Matgendorf gehört – hatte indes auf der Amtsausschusssitzung ihre Meinung zum Ausdruck gebracht, man könnte durchaus auch über Anzeigen Ausschreitungen der Jugendlichen sanktionieren. „Warum denn eigentlich keine Anzeige? Wir müssen den Jugendlichen klar machen, dass sie sich an die gesellschaftlichen Regeln zu halten haben und dass die Gesellschaft ihre Regeln auch durchsetzt", bemerkte die Bürgermeisterin.