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Kundgebung in Rostocker Innenstadt

Kundgebung am 19. August 2011 in Erinnerung an Lichtenhagen 1992

 

im Anschluss: Film und Diskussion über Pogrom von 1992

Mit einer Kundgebung auf dem Rostocker Universitätsplatz wird die Kampagne “Wake Up – Stand Up! Keine Stimme den Nazis in MV!” am Freitag, dem 19. August, ab 15 Uhr an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992 erinnern. Im Anschluss folgen am Abend um 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus ein Film und eine Diskussion mit einem Zeitzeugen, der vor 19 Jahren die rassistischen Angriffe und den nachfolgenden Umgang mit ihnen erlebt hat.

“Im August 1992 griffen mehrere Tausend Menschen mit Steinen und Brandsätzen eine Flüchtlingsunterkunft und ein Wohnheim von Vertragsarbeiterinnen und -arbeitern in Rostock-Lichtenhagen an”, so Hanna Wildt, Sprecherin der Kampagne. “Doch anstatt konsequent gegen den Mob vorzugehen, räumten die Behörden beide Häuser. Auch die Politik folgte den Wünschen der rassistischen Randalierer, denen sie durch ihre Debatten über ein angebliches ‘Ausländerproblem’ ein Ziel geboten hatte: Infolge der Ereignisse von Lichtenhagen änderte der Bundestag das Grundgesetz und schaffte das Asylrecht faktisch ab. Die deutsche Politik der Abschottung gegen Flucht und Migration ist inzwischen zur europaweiten Praxis geworden. Jährlich sterben Tausende Menschen bei dem Versuch, in die ‘Festung Europa’ zu gelangen.”

Mit der Kundgebung, die in diesem Jahr während des Wahlkampfes für den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern stattfindet, will die Kampagne “Wake Up – Stand Up! Keine Stimme den Nazis in MV!” auch auf die Kontinuitäten neonazistischer Propaganda aufmerksam machen. Michael Andrejewski, der erneut für die NPD in das Schweriner Schloss einziehen will, ließ wenige Wochen vor dem Pogrom von 1992 noch Flugblätter in Rostock verteilen: “Rostock bleibt deutsch”, hieß es darauf, und gefordert wurde “Widerstand gegen die Ausländerflut”. Noch heute posiert er stolz vor dem Sonnenblumenhaus und hetzt gegen Flüchtlinge und MigrantInnen.

Die Kampagne “Wake Up Stand Up! Keine Stimme den Nazis in MV” wird von einem breiten Bündnis von nicht-rechten Vereinen, Projekten, Bands und Clubs aus Mecklenburg-Vorpommern getragen, die gegen den Wahlkampf der NPD aktiv werden wollen. Vor allem mit Flugblättern wollen sie über die Ideologie und Propaganda der Partei informieren und auf die mörderischen Konsequenzen neonazistischer Hetze hinweisen. Weitere Aktionen in den folgenden Wochen sind u.a. ein antifaschistischer Aktionstag am 27. August in Rostock sowie eine Demonstration in Schwerin am Tag vor der Wahl.