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PM: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Mehmet-Turgut-Weg

Montag, den 02.04.2012 –

Gemeinsame Pressemitteilung von Migrantenrat Rostock, MIGRANET-MV und Antirassische Initiative Rostock [A.I.R.]

Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Mehmet-Turgut-Weg

Wir begrüßen die Bemühungen der Stadt Rostock, an den schrecklichen Mord an Mehmet Turgut in Rostock-Toitenwinkel am 25.02.2004 durch die Nazi-Terror-Zelle NSU zu erinnern. Auf der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch (04.04.2012) möchte Oberbürgermeister Roland Methling eine Erklärung  zum Gedenken und Mahnen an alle 10 Todesopfer in insgesamt 7 Städten zur Kenntnis geben. Er möchte auch eine Gedenkstele mit dem Text der Erklärung an einem geeigneten Ort errichten lassen. Der Standort und die Gestaltung der Stele sollen noch mit dem Migrantenrat der Hansestadt Rostock und dem Ortsbeirat Toitenwinkel beraten werden. Ruben Cardenas, Geschäftsführer des Migrantenrates Rostock und des MIGRANET-MV sieht „in der Initiative zur Mahnung und Erinnerung einen ersten Schritt, um zu zeigen, dass solche Gewalttaten in unserer Gesellschaft nicht geduldet oder wiederholt werden dürften.“

Der Migrantenrat Rostock, MIGRANET-MV und die Antirassistische Initiative Rostock [A.I.R.] fordern die Stadt und die Landesregierung unseres Bundeslandes dazu auf, nicht nur allgemein allen 10 Opfern zu gedenken. Die Stadt und das Land sollten sich auch gegenüber den Familien und Angehörigen des Rostocker Opfers des Nazi-Terrors, Mehmet  Turgut, entschuldigen. In diesem Sinne begrüßen wir ebenfalls den weiterführenden Vorschlag vieler Organisationen und des derzeitigen Innenministers, IMK-Vorsitzenden und CDU-Landesvorsitzenden, Lorenz Caffier, zur Benennung einer Straße in Rostock. Ein weiterer Antrag  sieht dann konsequenterweise auch die Umbenennung des damaligen Tatortes (Neudierkower Weg) in Mehmet-Turgut-Weg vor.

„Die eindeutigste Botschaft zum Gedenken an neonazistischen und rassistischen Terror und die langfristig stärkste Möglichkeit der Hansestadt Rostock ist die Umbenennung“, so Imam-Jonas Dogesch von der Antirassistischen Initiative Rostock. Ruben Cardenas, ergänzt: „Symbole in unserer Gesellschaft spielen eine große Rolle. Dieser symbolische Akt der Umbenennung wäre im 20. Jahr nach Lichtenhagen ein bundesweit besonders wichtiges Signal.“ Angesichts des weiterhin hohen Bedrohungspotenzials durch die Neonazi-Szene muss es nach Ansicht der Antirassistischen Initiative Rostock „eine geschlossene Antwort der demokratischen Parteien in der Bürgerschaft und in den Ortsbeiräten geben. Die Entschlossenheit, ein Zeichen zu setzen, sollte nicht kurz vor einer möglichen Umbenennung des Neudierkower Wegs enden“, macht Imam-Jonas Dogesch abschließend deutlich.

Im Rahmen der Beratungsfolge hat der Ortsbeirat Dierkow West / Ost bereits am Dienstag, den 03.04. um 18.30 Uhr die Gelegenheit dazu, sich deutlich im Sinne des in Rostock ermordeten Mehmet Turgut zu positionieren und seiner gesellschaftlichen Verantwortung – auch für die nachkommenden Generationen – gerecht zu werden. Denn die Auseinandersetzung mit Rechtsterrorismus und Neonazis endet weder mit einer Gedenkstele noch mit einer Umbenennung.